Mittwoch, 23. April 2014

Ostergrüße aus Liberec

Das wunderbare Wetter zu Ostern habe ich genutzt, mich im Dreiländereck Deutschland - Tschechien - Polen auf Straßenbahnjagd zu begeben. Heraus gekommen sind einige  Aufnahmen aus Liberec und Görlitz, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Beide Betriebe fuhren natürlich nur mit Feiertagsfahrplan, so dass hier nur Solowagen gezeigt werden können. Dafür sind die Städte fast menschen- und vor allem autoleer. In Liberec ist wegen der Bauarbeiten an der Straßenbahnlinie nach Jablonec auch sonst nur ein Rumpfnetz in Betrieb. 

 Im feschen Zebra-Look rollt der frisch mit einem Niederflurteil ausgerüstete (und nun als T3R.SLF bezeichnete) TW 82 auf der 1. Máje dem Bahnhof in Liberec entgegen.

 Hier der selbe Wagen auf dem Rückweg in der Ulica Jánská.

1996, zehn Jahre nach seiner Auslieferung erfuhr Wagen 60 eine Modernisierung bei Skoda in Plzen. Auch ihn treffen wir in der Ulica Jánská.

 An der Abzweigung zum Betriebshof kommt uns T3-TW 59 entgegen. Auch er stammt aus 1986 und wurde 1996 modernisiert.

Bereits 2011 wurde  TW 66 mit einem Niederfluranteil ausgerüstet. Neben dem Rollstuhllogo an der Front ist auch ein roter Aufkleber zu erkennen. Die dort abgedruckte Zahl "1435" zeigt die Spurweite des Fahrzeuge an. Da, wie das Dreischienengleis deutlich macht, auch Meterspurwagen zu Einsatz kommen, ist dieser Hinweis nicht ganz unwichtig. 

 An der Haltestelle Rybníček wartet TW 64 den Fahrgastwechsel ab. Auch er gehört zu den Wagen des Baujahres 1986 und wurde ebenfalls 1996 modernisiert.

Die Innenstadt von Liberec bietet einen interessanten Wechsel von Alt- und Neubauten. Kurz hinter der Zentralhaltestelle Fügnerova rollt TW 46 in Richtung Lidové Sady. Er ist einer der zwölf zwischen 2005 und 2008 modernisierten T3R.PLF.

 Am Šaldovo Náměstí wartet erneut TW 59 auf seine Abfahrt.

 Mehr als die bisher gesehenen Wagen waren auf der am Samstag einzig verkehrenden Linie 3 nicht anzutreffen. Daher hier wieder das fesche Zebra. Diesmal in der Ulice 5. Května.

 Die von unzähligen prachtvollen Villen flankierte Mazarykova hat sich TW 66 emporgearbeitet und ist rasant in Richtung Stadtzentrum unterwegs.

 Hier begegnet uns tatsächlich ein bisher noch nicht gesehenes Fahrzeug - TW 67. Er macht sich ebenfalls auf in Richtung Zentrum.

 In unmittelbarer Nachbarschaft zum Zoo entstand diese Aufnahme von T3 59.

 Oberhalb des Zoos begegnet uns erneut TW 46 an der Haltestelle Riegrova. Von hier sind es nur noch wenige Meter bis zur Wendeschleife Lidové Sady (was wohl soviel wie "Volksgarten" heißt). Tatasächlich finden wir hier neben dem Zoo auch noch den Botanischen Garten und ein Ausflugsrestaurant. Beides war an diesem Ostersamstag gut besucht, wie auch die Straßenbahnen alle brechend voll waren.

 Noch leer hingegen rollt TW 64 soeben aus der Schleife Lidové Sady ...

 .. wo sich nun auch TW 46 eine Pause gönnt.

Zurück in der Stadt treffen wir wieder TW 64, der hier soeben das Schloss Liberec passiert, dessen heutige Gestalt aus dem 18. Jahrhundert stammt.

In der Gegenrichtung wartet T3 Nr. 59 am Šaldovo Náměstí auf seiner Weiterfahrt zum Volksgarten.

Für ein ganzes Jahr sind die Überlandlinie 5 und 11, die sonst die Stadt Jablonec n.N. mit Liberec verbinden zu Sanierung außer Betrieb. Sie werden durch Busse ersetzt. Hier der Ersatzverkehr für Linie 11 an der Fügnerova ...

 ... gefolgt von TW 67.

Recht dominant wirkt die Zentralhaltestelle, deren verzweigte Gleisanlagen auf regen Tramverkehr hindeuten. Am Ostersamstag 2014 herrschte hier jedoch fast gähnende Leere.  

Das 1891 erbaute Rathaus im Hintergrund ist das Wahrzeichen von Liberec. Die Straßenbahn erreicht das Rathaus seit den späten 60er Jahren nicht mehr, doch noch immer sind Aufnahmen von Rathaus und Tram möglich. Hier Wagen 66 bei der Auffahrt zum Bahnhof.   

Während in der Stadt nur wenige Wagen unterwegs waren, war das Depot am Fuße des Bahnhofes komplett belegt. Hier ein kleiner Blick über den Zaun auf TW 36 und seine Brüder.

 Als kleine Zugabe hier ein Bild aus dem Februar 2005 (danke Vati). Es zeigt TW 37 auf der Überlandlinie 11. Man beachte den blauen Aufkleber an der Front - der Wagen fährt auf der Meterspur.

Vom Busbahnhof in Liberec geht es nun wieder zurück in die tschechische Provinz ...

 ... hier ein Karos-Bus in Rynoltice.

An dieser Stelle endet der erste Teil der Ostergrüße. Görlitz folgt in Kürze ...


Freitag, 11. April 2014

Saisoneröffnung für den historischen Lindner-Wagen


Der vom Verein Historische Straßenbahn Potsdam e.V. wieder aufgebaute Lindner-Wagen absolvierte bereits am letzten Dienstag eine umfangreiche erste Rundfahrt in diesem Jahr. Vom Platz der Einheit ging es zunächst nach Potsdam West, wo am Schloß Charlottenhof gewendet wurde. Von dort aus setze der Wagen seine Fahrt zur Glienicker Brücke fort, um zuletzt auch noch die Wendeschleife an der Viereckremise zu befahren. Trotz des nicht durchweg guten Wetters sind einige Bilder entstanden, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte.










 









Donnerstag, 10. April 2014

Mit der Tram ins Sperrgebiet - BVG-Bahnen auf Abwegen

 T6A2 5169 und B6A2 5501 auf dem Truppenübungsplatz in Lehnin. Die Spuren der Rettungsübungen sind nicht zu übersehen.

Der Truppenübungsplatz in Kloster Lehnin wurde 1956 unter dem Decknamen „Dunkelkammer“ für die NVA eingerichtet und im Jahre 1984 mit einer Ortskampfanlage („Rauhberg“) versehen. Diese Anlage wird auch von den Feuerwehren und Rettungskräften der umliegenden Ortschaften genutzt, um Rettungseinsätze zu proben. Auch insgesamt drei Straßenbahnwagen (und ein U-Bahn-Wagen) sind auf dem Platz beheimatet. 
Hierbei handelt es sich zum einen um den Rekobeiwagen Nr. 267 213 der BVG und zum anderen um einen Zug aus einem T6A2 (ex BVG 5169) und einem B6A2 (ex BVG 5501). Der Rekobeiwagen wurde bereits 1993 von der BVG an den Busbetrieb Behrendt in Lehnin abgegeben, die diesen später an eine Privatperson in Michelsdorf weiterreichte. Später kam der Wagen als Aufenthaltsraum auf den Truppenübungsplatz, wo er bis heute beheimatet ist. Der Wagen wurde wohl 1963 aus einem B25 (Nr. 536) umgebaut und bekam die Nummer 2034. Ab 1971 wurde in 267 213 umgezeichnet.
Der T6/B6-Zug wurde 2013 an die Bundeswehr abgegeben und auf einem Schienenstück aufgestellt. Während der Triebwagen seine Inneneinrichtung inzwischen verloren hat, ist sie im Beiwagen noch vollständig erhalten. Während jedoch der Rekowagen gut gepflegt wird, dient der Tatra-Zug als Übungsobjekt und ist entsprechend ramponiert.
Der T6A2 mit dem Baujahr 1989 trug anfänglich die Nummer 218 169 und wurde 1992 zu 8169. 1994 modernisiert bekam er seine letzte Nummer, 5169. Der Beiwagen erreichte Berlin bereits 1988 und bekam die Nummer 268 201. 1992 in 8501 umgenummert wurde er ebenfalls zwei Jahre später modernisiert und kam als 5501 nach Berlin zurück. Er ging bereits 2002 außer Dienst.



 Während der Triebwagen seine Inneneinrichtung schon eingebüßt hat, ...

 ... ist sie im Beiwagen noch vorhanden.

Ohne Fahrleitung sicher auch ein sinnloses Unterfangen.

Als Aufenthaltsraum dient dieser ehemalige Berliner Rekobeiwagen. Das Fahrzeug wird gut gepflegt ...

... und ist gemütlich eingerichtet.

So präsentierte sich derselbe Wagen noch im März 1998 auf dem Hof eines Bauern in Michelsdorf bei Lehnin.

Dienstag, 1. April 2014

Variobahn 435 erreicht Potsdam

Wieder einer mehr. Wagen 435 hat gestern Potsdam erreicht.

Bereits in der gestrigen Nacht erreichte Variobahn 435 den Betriebshof der ViP in der Fritz-Zubeil-Straße. In den Morgenstunden wurde der Wagen vom Tieflader abgeladen und auf das Prüfgleis gestellt. Nach der Abnahme wird der Waghen sicher in den nächsten tagen auch im Liniendienst zu sehen sein. Mit der Lieferung von 435 bleiben noch drei Wagen des Typs Variobahn, die die Firma Stadler in diesem Jahr ausliefern wird. Mit Wagen 438 endet dann auch das letzte Lieferlos. Unterdessen wird wegen Kapazitätsengpässen der Einsatz der Tatrawagen auch nach der Lieferung der letzten Varios nicht eingestellt. Noch weitere zehn Jahre werden einige der Wagen in Potsdam zu sehen sein. Der Tara-Einsatz am Wochenende dürfte allerdings bald Geschichte sein. Auch jetzt schon kommt es zu gänzlich tatrafreien  Sonnabenden und Sonntagen.