Dienstag, 8. Juni 2010

Neues und Kurioses aus Potsdam

Endlich ist es gelungen die neuen Anzeigen der Combinos ab zu lichten. Nach letzten Hinweisen von Blog-Usern scheinen die Wagen 401 bis 408 inzwischen umgerüstet zu sein. Die Anzeigen erscheinen auf den Fotos leider nicht so gut, wie sie sich dem Fahrgast präsentieren.

Hier Combino 401 mit neuer Anzeige gestern am Platz der Einheit.


Auf der "neuen" Linie 98 ist 407 unterwegs. Hier an der Ecke Kastanienalle/Zeppelinstraße.

Bereits seit dem Fahrplanwechsel im April 2010 sind zahlreiche Busse im Einsatz, die zwar der ViP gehören, sich aber im Outfit der HVG präsentieren. Diese Busse gehörten noch bis vor Kurzem der Havelbus Gesellschaft, wurden aber im Laufe der Übergabe zahlreicher Stadtlinien an die ViP von den Potsdamer Verkehrsbetrieben übernommen. Dazu gehören vor allem Busse aus den 90er Jahren, von denen sich die ViP zwischenzeitlich bereits ganz verabschiedet hatte.

Hier ein ehemaliger HVG-Bus (989) auf der Linie 695. Wegen falsch parkender Autos im Zuge des Schlössermarathons am 06.06.2010 konnte der Bus die Wendeschleife am Bhf. Pirschheide nicht verlassen.

Ebenfalls im Zuge des Fahrplanwechsels ist ein Einsatz der früher liniengebundenen Züge 142+242 und 157+257 ("Krongut-Linie" 92) sowie 153+253 und 159+259 ("Tropen-Linie" 96) nicht mehr möglich. In zahlreichen Umläufen sind die Züge nun auch auf allen anderen Linien im Einsatz, was mit der Verknüpfung dergleichen zusammenhängt.

Hier der Zug aus 142+242 auf der Linie 91 am Platz der Einheit. man beachte das fehlende ViP-Logo von 142.

Dienstag, 1. Juni 2010

Die Potsdamer Tram bei Facebook

Ab sofort findest Du aktuelle Nachrichten, Bilder und interessante Fakten rund um die Straßenbahn in Potsdam auch bei Facebook. Viel Spaß beim Lesen.

Samstag, 29. Mai 2010

Abschied vom T4D in Dresden

Seit 1969 waren die tschechischen Wagen des Typs Tatra T4D aus dem Stadtbild der sächsischen Landeshauptstadt nicht mehr weg zu denken. Nach 43 Jahren ist dieser Wagentyp heute offiziell außer Dienst gestellt worden. Mit zahlreichen Aktionen (siehe Seite der DVB) verabschieden sich die altehrwürdigen Tatras in den Ruhestand. Bereits im November 2010 hatte man die letzten Wagen aus dem Liniendienst abgezogen. Zuvor kamen sogar noch Triebwagen-Dreifachtraktionen zur Ausfahrt.
Der Abschied ist noch nicht ganz endgültig: eine geringe Anzahl von Wagen wird weiterhin als Einsatzwagen vorgehalten und natürlich bleibt auch der historische Dreiwagenzug des Verkehrsmuseums Dresden erhalten. Zahlreiche T4D wurden Verkehrsbetrieben in Osteuropa übernommen oder fahren sogar in Pjöngjang.








Und hier noch ein äußerst trauriges Video. Chronologisch zwar nicht ganz passend aber thematisch sicher gut untergebracht. Nichts für schwache Nerven:


Dienstag, 25. Mai 2010

Neue Anzeigen für die Combinos

Nachdem der Combino-Prototyp 400 ("Perugia") im Zuge des Umbaus zum Linienfahrzeug bereits eine neue LED-Anzeige mit orangenen Buchstaben auf schwarzem Grund erhalten hatte (analog zu zahlreichen Bussen), geht die ViP nun auch bei den restlichen Combinos diesen Weg. Gestern konnt aus der Ferne eine Regelwagen mit einer solchen Anzeige im Heck beobachtet werden. Um welchen Wagen es sich handelte blieb leider unklar. Die Lesbarkeit der neuen Anzeigen ist vor allem bei Gegenlicht wesentlich besser als die der bisherigen, die bei Sonnenschein kaum zu erkennen sind. Wieviele Wagen umgerüstet sind und bis wann das Programm abgeschlossen ist, kann bisher nicht gesagt werden.


Bisher verfügte nur Cobino 400 über die orangefarbene Anzeige. In Zukunft werden wohl die restlichen Combinos ebenfalls damit ausgestattet.

Inzwischen sind auch immer mehr Combinos mit zusätzlichen LED-Scheinwerfern an der Frontverkleidung unterwegs. Sie sollen die Sichtbarkeit der Fahrzeuge verbessern. Nachdem Combino 411 zu Testzwecken it den energiesparenden Leuchten ausgerüstet worden war, sind ihm inzwischen mehrere Wagen gefolgt.

Sonntag, 18. April 2010

Mallorcas "Orangen-Express"

Die Straßenbahn von Sóller nach Port de Sóller ist eigentlich ein Teil der Zugstrecke von Palma de Mallorca nach Sóller. Bereits kurz nach Beginn der Bauarbeiten der Bahnstrecke wuchs das Interesse an einer Anbindung des Hafens von Sóller, der knapp vier Kilometer vor der Stadt in einer Bucht gelegen ist. Schnell war aber klar, dass die Stadt keinen Platz für Eisenbahntrasse bot. Da der Staat damals aber nur Bahnstrecken bezuschusste, die über 30 km lang waren, und die Entfernung zwischen Palma und Sóller nur 27 km betrug, war die Eisenbahngesellschaft einmal mehr an einer Verlängerung interessiert.

Am Samstag dem 04. Oktober 1913 wurde die Straßenbahnstrecke feierlich eingeweiht und nahm am 13. Oktober ihren regulären Betrieb auf. Die Trasse ist 4868 m lang und hat die selbe Spurweite wie die Schmalspureisenbahn (914mm).

Da die Trasse im Hafen von Sóller unweit eines Marinestützpunktes endete, lag es nahe, die Straßenbahn auch für Gütertransporte zu nutzen. Neben Frischfisch, der in einem eigens dafür eingesetzten Kühlwagen transportiert wurde, beförderte die Bahn auch Kohle, Torpedos und Minen. Heute ist die Tram vor allem eine Touristenaktion. Einheimische nutzen die Elektrische kaum, was bei einem Fahrpreis von 4 € pro Fahrt sicher nicht verwundert.

Die Fahrt mit der durchweg eingleisigen Straßenbahn beginnt am Bahnhof von Sóller, wo sich auch das Depot befindet, dass von Tram und Eisenbahn gemeinsam genutzt wird. Nach ca. 800 m Fahrt durch das wunderschöne Stadtzentrum, mit dem Plaza de la Constitutión geht es vorbei an der Kirche und dem städtischen Marktplatz (Mercat). Kurz hinter der Haltestelle Mercat verlässt die Linie die Innenstadt und fährt auf eigenem Gleiskörper durch die Orangen- und Zitronengärten von Sóller. Weiter geht parallel zur Ausfallstraße bis zur Bucht von Port de Sóller. Ab der Haltestelle "Sa Torre" verläuft die Tram direkt an der Uferpromenade unter Palmen.

Der Wagenpark bestand anfangs aus drei Triebwagen (Nr. 1 – 3), die alle bis heute im Einsatz sind. Hinzu kamen zwei Beiwagen (Nr. 7 und 8, später in 5 und 6 umgenummert). Die beiden Wagen existieren wohl noch, kommen aber nicht mehr zum Einsatz. In den 50er Jahren kamen vier offene Pferdebahnwagen (Baujahr 1890) hinzu, die die Nummern 8 – 11 erhielten und heute noch eingesetzt werden. Im Jahre 1959 erreichte auch eine Gespann aus Bilbao Sóller. Der Triebwagen (Nr. 4) und der Beiwagen (Nr. 7) existieren aber heute nicht mehr.

Das hohe Fahrgastaufkommen machte in den 90er Jahren weitere Beschaffungen notwendig. Fündig wurde man in Lissabon. Fünf Zweiachs-Triebwagen (Nr. 20 – 24) und fünf vierachsige Beiwagen (Nr. 3 – 7) werden heute zusätzlich eingesetzt. Gefahren wird in Doppel- oder Dreifachtraktion mit einem Triebwagen oder als Wendezug (Tw+Bw+Bw+Tw).

Trotz Vulkanausbruchs und Aschewolken haben es diese Bilder und Filme bis nach Deutschland geschafft - es war allerdings knapp.

Noch vor seinem Einsatz im Tagesverkehr erholt sich der ex-Lissaboner Tw 24 im Depot von Sóller. Dahinter einer der offenen Sommerwagen der Pferdebahn von Palma.

Startklar für den nächsten Einsatz - Tw 1 von 1913 ist bereit für die Ausfahrt. Der Wagen wurde in Saragossa gebaut. Die technische Ausstattung stammt von Siemens.

Bereits an der Einstiegshaltestelle am Bahnhof von Sóller wartet der Wendezug mit Tw 21 an der Spitze auf den Zug aus Palma.

Wirklich schön anzusehen ist die Fahrt durch die Obstgärten von Sóller.

Doch nicht nur Strand und Zitrusfrüchte erwarten den Fahrgast. Auch die Berge der Serra de Tramuntana machen Eindruck.

Ausfahrt aus der Haltestelle "Sa Torre". Die vierachsigen Beiwagen sind um einiges wuchtiger als die kleinen Triebwagen.

Das Paradebild und der eigentliche Grund, warum so viele Touristen die Tram nutzen. Wo kommt man schon mit der Straßenbahn direkt an den Strand? (Außer vielleicht in Evpatorija)

Einem der Wendezüge folgte dieser Zweiwagenzug. Daher stehen hier beide Züge an der Station in Port de Sóller. Der Fahrplan gibt eigentlich einen Halbstundentakt vor. Trotzdem sind auf der kurzen Strecke meist drei Züge im Einsatz.

Triebwagen Nr. 3 mit dem Beiwagen Nr. 7 verlassen soeben die Haltestelle "Sa Torre" auf dem Rückweg nach Palma.







Die Bilder findest Du auch in der tram2000-Panoramio-Galerie.