Montag, 13. August 2012

Tramnetz soll wachsen - Fahrgastzahlen bereits im Plus

Die PNN berichtete in ihrer Wochenendausgabe, dass die Stadt Potsdam trotz geplanter Kürzungen der Fördermittel am Tramausbau festhalten will. Konkret geht es um drei Strecken, die seit Jahren geplant bzw. diskutiert werden: 1. die Straßenbahnlinie durch die Großbeerenstraße, 2. die Verlängerung in Richtung Golm und 3. die Verlängerung zum Campus am Jungfernsee.

Während die letztgenannte Trasse wohl in den nächsten Jahren errichtet wird, will sich die Stadt bei den beiden anderen Projekten bis 2025 Zeit lassen, erklärte Potsdams Stadtplanungschef Andreas Goetzmann bereits am Donnerstag bei einer Veranstaltung der SPD zum Stadtentwicklungskonzept Verkehr. Der Ausbau der Tram sei der einzige sinnvolle Weg, den MIV in Potsdam trotz wachsender Bevölkerung anteilig zurückzudrängen.

Unterstützung erhält die Stadt durch ihren Verkehrsbetrieb und dessen Geschäftsführer Martin Grießner. Dieser verwies außerdem auf die steigenden Fahrgastzahlen der ViP. Inzwischen sei man bei 102.000 Fahrgästen pro Tag – ein Anstieg um 5.000 Fahrgäste im Vergleich zu 2011. Allerdings rechnet man bei der ViP auch mit sinkender Kundenzufriedenheit. Dies hänge mit den zahlreichen Baustellen in der Stadt zusammen und den dadurch bedingten Verspätungen. Genaueres soll eine neue Kundenbefragung offenbaren, deren Ergebnis ab dem 20.08. vorliegt.

Kommentare:

  1. Das ist ja sehr erfreulich und meiner Ansicht nach bei den steigenden Fahrgastzahlen nur folgerichtig. Mit der weiter steigendenden Einwohnerzahl wird sich der Effekt sicher weiter verstärken. Letztendlich ist der Ausbau der Straßenbahn-Netze in Deutschland ja inzwischen in vielen Städten wieder ein Thema, Bremen, Magdeburg, München ... Sicher macht es auch Sinn, in Potsdam noch über weitere Flächenfreihaltungen an einigen Stellen nachzudenken, wo derzeit noch nicht klar ist, ob und ggf. wann es mal weitergeht. Weiß eigentlich jemand, ob die alte Strecke nach Babelsberg durch die Friedrich-Engels-Straße noch gewidmet ist? Das würde ja die Sache sicher erleichtern.

    AntwortenLöschen
  2. Ausbau ist immer gut,nach Golm kann ich mir die Tram vorstellen.
    Die alte Strecke nach Babelsberg durch die Friedrich-Engels-Straße, bitte die Gefahrenkurve an sehen (Glaube ich nicht).Bei der Großbeerenstraße habe ich so meine Bedenken wegen dem Platz und Verkehr.

    AntwortenLöschen
  3. Also wenn ich die Studie zum Verkehrskonzept richtig gelesen und verstanden habe, dann wäre die Linie über die Friedrich-Engels-Str. ideal für eine schnelle Anbindung der Großbeerenstraße an den Hbf. und ließe wohl auch das größte Verkehrsaufkommen für die Anbindung der Großbeerenstraße erwarten. Zudem wäre das Thema auch betriebsorganisatorisch interessant - denkbar wäre eine zweite Anbindung zum Betriebshof. Das wär ja nicht weit. Im Falle einer Störung auf der Stern-Strecke zum Betriebshof kann es ganz ohne zweite Anbindung erhebliche Probleme mit dem Ein- oder Ausrücken der Bahnen geben. Das ganze Netz würde dann darunter leider.

    Gefahrenkure ... also an der Schlaatzstr./RAW? Hm. Ist die Ecke denn auch für die Straßenbahn so problematisch? Ggf. könnte man die Bahn auch an die Seite legen. Da gibts ja auch eine Rasenfläche.

    AntwortenLöschen
  4. Mit Gefahrenkurve ist wohl eher diese hier gemeint: http://goo.gl/maps/5QfU5 Schon jetzt gibt es dort nur eingeengte Fahrspuren. Auf der Seite 20 sieht man hier nochmal die verschiedenen Varianten: http://www.potsdam.de/cms/dokumente/10082973_996299/0cf77571/StEK-Verkehr_Kartenanhang_Teil2.pdf

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau die Gefahrenkurve (nur eingeengte Fahrspuren) , eine zweite Strecke zum Stern wäre auch sehr angebracht besonders in der HVZ wo eine Bahn nach der anderen kommt .Allerdings hätte man die Friedrich-Engels-Str. nicht stillegen und später abauen sollen , aber damals ist das so entschieden worden (kaum Fahrgäste).Ausserdem fahren 4 Buslinien dort . Vielleicht eine Strecke vom Betriebshof/ViP zur Fontanestraße aber das sehe ich auf langer Sicht nicht (unterführung des Bahndammes) das müßte aber die Stadt selber bezahlen .

      Löschen
    2. Vielen Dank für den Link zur Kurve. Ja, die Stelle war früher für die Straßebahn und die KFZ zusammen recht eng. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber es kann sein, dass die Bahn (vom Leipziger Dreieck kommend) im Bereich der Kurve auf eine Seite wechseln musste. Aber das ließe sich sicher heute vernüftig regeln, ggf. müßte man über eine Ampellösung für die KFZ nachdenken.

      Ist schon schade, dass es die Strecke nicht mehr gibt. Früher existierte ja auf beiden Bablsberg-Ästen in weitn Teilen ein 10 Minuten Takt. Das ganze Netz hatte ja damals 10 Linien, von denen vier nach Babelsberg fuhren 4,5,9,10. Meines Wissens bestand für das Teilstück zwischen dem Leizpiger Dreieck/Schwimmhalle und der Daimlerstraße erheblicher Sanierungsbedarf, das war wohl zumindest auch ein Grund, weshalb die Strecke stillgelegt wurde.

      Eine interessante Lösung wäre meiner Ansicht nach, zwei Dinge zusammen anzugehen:

      (1.)Die Großberenstraße über den Lutherplatz zumindest mit einer Linie im regulären Verkehr gerade zu bedienen - also ohne den Schlenker über Daimlerstraße-Rathaus Bablsberg-Bahnhof Babelsberg und Kopernikusstraße. (Als Betriebsstrecke bzw. für eine weitere Linie über Humboldtbrücke zum Pl. d. Einheit sollte man das kurze Stück in der Daimlerstraße trotzdem bauen.) Eine gerade Linenanbindung der Großbeerenstraße über den Lutherplatz würde die Fahrzeit zum Bahnhof Medienstadt und weiter zum Stern nochmal um einige Minuten verkürzen.

      ZUSÄTZLICH dazu sollte man:

      (2.) die Strecke von der Fontanestraße über den Bahnhof Griebnitzsee und die Augsut-Bebel-Str., über den Bahnhof Medienstadt bis zum Betreibshof verlängern.

      Die Überlegung hätte den Vorteil einer schnellen und kurzen Verbindung zwischen dem Hbf., der Großberenstraße, dem Filmpark, dem Bahnhof Medienstadt und weiter zum Stern. Über den anderen Strang von der Fontanestr. über den Bahnhof Griebnitzsee könnte man die Fahrgäste am Uni-Standort am Griebnitzsee und (je nach konkreter Route) den ganzen ehemailgen DEFA-Standort mit RBB, HFF, Filmpark, Studio Babelsberg etc. einfangen. Zudem (wenn man weiter in Richtung Betriebshof vorstößt) würde man das alte Karl-Marx-Werk-Gelände gut erschließen und auch den Beriebshof mit einem zweiten Zugang anbinden. Und vor allem hätte dies den erheblichen Vorteil, daß nicht nur der Busverkehr in der Großberenstraße in weiten Teilen eingestellt oder zumindest stark reduziert werden kann, man könnte auch den Bus-Parallelverkehr ab Goetheplatz weiter in Richtung Griebnitzsee aufgeben und den Busverkehr in der August-Bebel-Str.

      Die Unterführung der Bahn am Bahnhof Griebnitzsee wäre sicher zu lösen, das Thema Überführung der Bahn am Bahnhof Medienstadt auch. Anfang der 90er Jahre hätte es sicher Lösungsmöglichkeiten gegeben, die Bahn zur Kostenübernahme der Überführung der Drewitzer Strecke zu verpflichten. Die Bahn wollte damals die Elektrifizierung. Im Zusammenhang mit der Frage, was das für den O-Bus bedeutet, ist damals über verschiedene Lösungen nachgedacht worden, nur hat offenbar niemand eine vertragliche Verpflichtung der Bahn zur Kostenübernahme oder -beteiligung für eine ÖPNV-Lösung wie Brücke oder Unterführung für O-Bus oder Straßenbahn für Potsdam herausverhandelt. Wenn man sieht, was in anderen Städten mit der Bahn alles vertraglich ereinbart wird, dann ist das wirklich sehr schade.

      Löschen
  5. Man könnte eine solche Erweiterung womöglich etappenweise angehen:

    0. Umbau der Schleife am Hbf. mit Anschlussweichen Fr.- Engels-Str.

    I. (Wieder-)Aufbau Fr.-Engels-Str./Lutherplatz + Anschl. Fontanestraße

    II. Neubau Lutherplatz - Großbeerenstr. - Bhf. Medienstadt - Betriebshof

    III. Neubau Betriebshof - Stern

    IV. Verlängerung Fontanestr. - Griebnitzsee

    V. Verlängerung Griebnitzsee - August- Bebel- Str. - Betriebshof

    AntwortenLöschen
  6. Für eine Anbindung der zweiten Stern-Strecke über die Friedrich-Engels-Str./Lutherplatz/Großbeerenstraße/Bahnhof Medienstadt spricht aus meinem Verständnis heraus vor allem das Argument der Schnelligkeit dieser Route. Ich habe mir mal den Spaß gemacht und in den alten Fahrplänen von 1990/91 geblättert:

    Fahrzeit Schwimmhalle - Lutherplatz/Daimlerstraße (Linie 5): 4 Minuten
    Fahrzeit Rathaus Babelsberg - Bahnhof Drewitz (O-Bus-Linie B): 6 bis 8 Minuten (je nach Tageszeit, nachts 6 Minuten, sonst 8 Minuten)

    Man kann also wohl davon ausgehen, dass eine neue Straßenbahnstrecke vom Hauptbahnhof (entspricht etwa der früheren Station Schwimmhalle der Linie 5) bis zum Bahnhof Medienstadt Babelsberg (früherer Bahnhof Drewitz) nicht mehr als 12 Minuten benötigen würde. Heute und je nach konkreter Planung ließe sich die Sache sicher in 10 Minuten machen. Für das Stück bis zum Johannes-Keppler-PLatz wären dann vielleicht noch einmal drei Minuten (ggf. + x) anzunehmen. Das würde dann im Idealfall bedeuten, beide Stern-Strecken wären etwa gleich schnell. Für den Fahrgast ab Drewitz oder ab Kepplerplatz wäre es einerlei, für welche Route er sich entscheidet, die Fahrzeit zum Hauptbahnhof (und auch zum Platz der Einheit wäre etwa gleich).

    Um die Route unter dem Aspekt der Schnelligkeit optimal zu gestalten, müsste man sich den Abstecher durch die Daimlerstraße über Rathaus Babelsberg und Bahnhof Babelsberg sparen. Für eine Straßenbahn-Anbindung der Großbeerenstraße unmittelbar ab Lutherplatz spricht zudem, dass eine bessere Flächenabdeckung erzeugt wird als über die Kopernikusstraße.

    Würde man die Strecke über die Humboldtbrücke und Fontanestraße hinaus als ausschließliche Route bis zum Bahnhof Medienstadt errichten, so wäre die Fahrzeit wesentlich länger. Aktuell ergibt sich folgende Fahrzeit:

    Hauptbahnhof - Fontanestraße: 17 Minuten

    Bei einer Verlängerung von der Fontanestraße zum Bahnhof Medienstadt müsste man mindestens noch weitere vier Minuten hinzurechnen. Das würde bedeuten, dass die Strecke gerechnet ab Bahnhof Medienstadt etwa 10 Minuten langsamer wäre als über Friedrich-Engels-Str./Lutherplatz/Großbeerenstraße.

    Dies würde sich bis zum Keppler-Platz nicht verändern. Vor allem für die ja an sich geplante Entlastung der jetzigen Sternstrecke wäre das aber nachteilig. Viele Drewitzer und Stern-Bewohner würden dann vermutlich überlegen, doch besser über die Stern-Schlaatz-Strecke zu fahren.

    Um vom Stern aus neben der Anbindung über den Bahnhof Medienstadt und Großbeerenstraße auch eine ergänzende Linienführung über Zentrum Ost und die Humboldtbrücke zu ermöglichen, müssten in der Daimlerstraße nur entsprechende Weichen eingebaut werden. Es ließen sich dann von Drewitz/Stern zwei Linien über die Strecke am Schlaatz und zwei Linien über die Strecke in der Großbeerenstraße führen, wovon eine unmittelbar über die Friedrich-Engels-Straße verlaufen könnte, die andere über die Humboldtbrücke. Ab Fontanestraße ließen sich dann ebenfalls zwei Linien führen, wobei auch hier eine über die Humboldtbrücke und eine über die Friedrich-Engels-Straße verlaufen sollte. Bei einem Linien-Grund-Takt von 20 Minuten würden dann alle Haltestellen in der HVZ mindestens im 10 Minuten Takt angefahren.

    Es macht aber in Summe Sinn, die Verlängerung des Fontanestraße-Streckenastes über den Bahnhof Griebnitzsee nicht in den Papierkorb zu werfen. Als Ergänzung zu den bestehenden Strecken würde zusätzliches Fahrgastpotential erschlossen. In ein Zielnetz für 2020 sollte man die Verlängerung ab Fontanestraße also durchaus aufnehmen. Allerdings wäre die Strecke durch die Großbeerenstraße als prioritär anzusehen, aber das ergibt sich ja schon aus dem vorstehenden Vorschlag.

    Ein Potsdamer Straßenbahnfreund aus dem Süden

    AntwortenLöschen